"Der Senat von Berlin hat sich unter der Führung der CDU den Gruppen guten Willens zugewandt. Es galt die Chance zu nutzen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die, sei es aus Protest oder Enttäuschung, neue Formen des Lebens und Arbeitens suchen und verwirklichen. Es sollte jedoch nicht beim Dialog bleiben. Es wurde noch ein Schritt mehr getan. Der Senat war bereit, das soziale Engagement zu fördern und finanziell zu unterstützen. Mit der Antwort auf eine Große Anfrage der CDU im Berliner Abgerordnetenhaus wurde ein Signal gesetzt, das weit über die Grenzen Berlins Beachtung fand. Ausführungen zu dieser Antwort finden sich an anderer Stelle des Buches.
Selbsthilfegruppen finden zunehmend breite öffentliche Anerkennung. Gerade im Gesundheits- und Sozialwesen sind sie nicht nur alternative, sondern wichtige Ergänzung zur bestehenden professionellen Beratung und Betreuung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst und anderen auf diesem Sektor arbeitenden Einrichtungen .
Dem Senat ist es in Berlin, als erstem Bundesland, gelungen, ein Förderungsprogramm für Selbsthilfegruppen durchzusetzen. Von den veranschlagten 10 Millionen DM stehen 1983 zur Förderung von Selbsthilfegruppen 7,5 Millionen DM und für Durchführung des freiwilligen sozialen Jahres 2,5 Millionen zur Verfügung. Dieser Betrag ist auch in der mittelfristigen Haushaltsplanung jährlich bis 1987 vorgesehen.
Wenn auch 1983 die Vergabe der Mittel über die Senatsverwaltung erfolgt, so wird dennoch nach wie vor angestrebt, einen Zwischenträger zu finden, der bereit ist, sich dieser Herausforderung zu stellen. Vielleicht ermutigen die Erfahrungen den einen oder anderen, eine derartige verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Dabei ist nicht ausgeschlossen, später zu diesem Zweck auch eine besondere Stiftung zu gründen.
Die Einrichtung eines Selbsthilfe-Zentrums durch den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband im ehemaligen Albrecht-Achilles-Krankenhaus in Berlin-Wilmersdorf, in dem an Selbsthilfe Interessierte untereinander Kontakte knüpfen und bestehende Selbsthilfegruppen ihre Erfahrungen austauschen können, zeigt, daß auch die Wohlfahrtsverbände einen Schritt in diese Richtung zu tun bereit sind. Ich freue mich, daß durch dieses Engagement des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes unser Berliner Förderungsmodell bundesweite Anerkennung gefunden hat. Es ist zu hoffen, daß sich auch andernorts Chancen auftun, dem Gedanken der Selbsthilfe den Sellenwert zu geben, den er in unserer heutigen Gesellschaft verdient."
